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Eines der schönsten Bücher und das Klimabuch 2016

Aus dem Baobab Books Verlag stammen zwei bemerkenswerte Bücher:

Eine Geschichte ohne Ende von Marcelo Pimentel, nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2016 und von der Stiftung Buchkunst als eines der schönsten deutschen Bücher 2016 gekürt.

Hier: Baobab – Eine Geschichte ohne Ende

Die Geschichte führt uns auf einen Spaziergang durch den brasilianischen Urwald: Hier flattert und krabbelt, gleitet und schreitet es. Wie die Figuren eines Schattenspiels reihen sich die Tiere erwartungsvoll in eine Schlange auf. Dann kommt Farbe ins Bild: ein geheimnisvolles Wesen verleiht jedem Einzelnen ein prächtiges Schuppen – oder Federkleid, zeichnet Panzer und Borsten, tupft tarnendes Muster aufs Fell. Bis eine ganz dicke Wolke und die Geschichte einen neuen Anfang nimmt…ganz ohne Worte, und doch ist alles gesagt.

Marcelo Pimentel erinnert mit seiner Geschichte an Curupira, eine Gestalt aus der Mythologie der Amazonasregion. Curupira gilt als Beschützer des Waldes und der wilden Tiere, meist wird er mit nach hinten verdrehten Füßen dargestellt.

Der Autor Marcelo Pimentel wurde 1969 in Rio de Janeiro geboren, seine Ausbildung zum Illustrator und Grafiker absolvierte er an der Universität von Rio. Pimentel hat eine Vorliebe für Geschichten, die die Fantasie anregen. Besonders am Herzen liegen ihm die indigenen Kulturen Brasiliens.

Onkel Flores von Eymard Toledo wurde von der Deutschen Akademie für Kinder – und Jugendliteratur zum Klimabuch des Monats Juni ausgezeichnet. In ihren Klima- Buchtipps empfiehlt die Akademie Bücher, die junge Leser für ökologische Themen sensibilisiert.

Hier: Baobab – Onkel Flores

Onkel Flores ist Schneider von Beruf, und es gibt keinen besseren in der kleinen Stadt am Ufer des Sao Francisco. Sein Neffe Edinho verbringt viel Zeit bei ihm in der Werkstatt. Während des Zuschneidens und Nähens, erzählt Onkel Flores gerne von früher – von jener Zeit, als das Dorf noch bestand und die Fischer am Endes des Tages volle Netze hatten und die Frauen die Wäsche mit klarem Wasser wuschen.

Damals nähte Onkel Flores bunte Karnevalskostüme und schöne Sonntagskleider, heute sind es graue Arbeitsanzüge. Fast alle Bewohner arbeiten nun in der großen Fabrik und das Dorf ist grau geworden. Als der Fabrikbesitzer beschließt, die Arbeitsanzüge im Ausland zu bestellen, bleiben die Aufträge für Onkel Flores aus.

Doch dann hat Edinho eine zündende Idee, die Onkel Flores wieder zur Arbeit verhilft…bald stehen die Menschen bei Onkel Flores Schlange. Und das ist nicht die einzige Veränderung im Dorf – manchmal braucht es wenig, um einen Wandel auszulösen.

Aus dem Nachwort der Autorin (Januar 2016):

“ Pinbaue ist zwar ein erfundener Name, aber diese Geschichte ist von vielen wahren Ereignissen inspiriert worden. Pinbaue könnte eine der vielen kleinen Städte im Bundesstaat Minas Gerais in Brasilien sein.Wie viele Städte meiner Heimat ist Pinbaue von grauem Staub aus den Schornsteinen einer Fabrik bedeckt worden. Der Boden von Minas Gerias ist reich an Eisen und anderen Mineralien, und deshalb sind in den letzten Jahrzehnten viele Fabriken und Minen eröffnet worden. Diese bringen den Menschen zwar Arbeit, aber sie versuchen auch große Schäden in der Natur.

Velho Chico ist der Spitzname für den Fluss Sao Francisco, er ist der längste Fluss Brasiliens. Auch der Fluss leidet unter der Umweltverschmutzung durch die Industrie, und soll er auch noch umgeleitet werden, um Wasser in den trockenen Nordosten Brasiliens zu bringen. Viele befürchten eine ökologische Katastrophe.

Edinhos Onkel und auch sein Papa üben Berufe aus, die aus dem täglichen Leben langsam verschwinden. Sie lieben die Natur und den Fluss und versuchen, das traditionelle Leben zu bewahren. Edinhos Mama denkt praktisch – wie viele Frauen in Brasilien. Sie arbeiten hart und der Arbeitstag ist lang. Viele Kinder wachsen in der Folge bei Verwandten und Bekannten auf. Nicht alle haben das Glück von Edinho, einen Onkel Flores ganz in der Nähe zu haben.

Edinho war es, der die Idee hatte, die für seinen Onkel so wichtig war. Und auch das ist typisch für Brasilien. Die Menschen müssen von klein auf lernen, Lösungen für Probleme zu finden. Sie leben in einem Land, das in ständiger Veränderung ist, in dem alles provisorisch ist und es gute Ideen braucht, um zu überleben. 

 

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Lehrbuch für Literaturpädagogik -ein musthave!

Lehrbuch

Stephanie Jentgens hat mit ihrem Lehrbuch für Literaturpädagogik eine wunderbare Unterstützung für alle geschaffen, die im Arbeitsfeld Literacy unterwegs sind. Der Adressatenkreis ist weit gefasst, das Lehrbuch eignet sich für den Einsatz in berufsbildenden Schulen und in der Lehre, für pädagogische Fachkräfte in Kitas und dem offenen Ganztag und natürlich für das immer größer werdende Feld der Literaturpädagogen.

Aus dem Klappentext: Das „Lehrbuch Literaturpädagogik“ erläutert die Handlungsfelder der Literaturpädagogik, formuliert Grundlagen für das pädagogische Handeln, gibt eine Einführung in Kinder – und Jugendliteratur sowie Arbeitshilfen für die Orientierung am Markt und stellt Arbeitsschritte von einer Projektplanung bis zur   – evaluation vor. Schwerpunkt der Ausführungen bildet eine Übersicht über die Methoden der Literaturpädagogik. Beispielhaft wird aus der Analyse von einzelnen Kinder – und Jugendbüchern das jeweils passende Vermittlungsangebot entwickelt.“

Gut recherchiert und verständlich geschrieben, ist das „Lehrbuch Literaturpädagogik“ eine wahre Schatztruhe.

 

Erschienen bei Beltz: ISBN: 978-3-7799-3330-4, 244 Seiten, 24,95 €

Beltz – Lehrbuch für Literaturpädagogik

 

 

 

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